Erkenntnisse der Gehirnforschung

Wie lernen am besten gelingt

 

Der Neurologe Prof. Dr. Gerald Hüther schreibt in seinem Buch "Jedes Kind ist hochbegabt" S. 103:

"Deshalb verfügt jedes Kind über ein ganz besonderes für die Organisation seines Körpers und für sein weiteres Wachstum und seine weitere Entwicklung optimal geeignetes Gehirn. Und so ist jedes Kind auf seine Weise hoch begabt. Es startet seine Reise mit einer Fülle an Möglichkeiten. Das Überangebot an Vernetzungsoptionen wird immer noch nicht richtig gewürdigt. Aufgabe von Erziehung kann es nur sein, jedem Kind eine Welt zu bieten, in der es Gelegenheit bekommt, möglichst viele dieser in seinem Gehirn angelegten Vernetzungsoptionen zu stabilisieren. Das müsste eine Lebenswelt sein, in der es Freude daran hat, alles zu erkunden, zu entdecken und zu erforschen und zu lernen. Ein solches Kind würde seine angeborene Entdeckerfreude und Gestaltungslust, seine Offenheit und Beziehungsfähigkeit auch nicht verlieren. Sein Interesse an der Vielfalt sinnlicher Wahrnehmungen würde ebensowenig verschwinden, wie seine Lust am Leben und seine Fähigkeit zu lieben.

Damit Kinder all das nicht verlieren, brauchen sie das sichere Gefühl so angenommen und gemocht zu werden, wie sie sind. Und mit all ihren Begabungen gesehen zu werden. Aus dieser neurobiologischen Perspektive kann das Erziehungsziel nur sein, Kinder dabei zu unterstützen, dass das Selbstverständliche geschieht: Die Ausbildung vielfältiger Kompetenzen. Dazu kann man sie nur einladen, ermutigen und inspirieren. Und dazu brauchen Kinder eine liebevolle Führung. Eine Führung, die überall dort klare Grenzen zieht, wo das Kind Gefahr läuft, sich auf seinem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft selbst zu behindern oder gar zu verlaufen."

 

Lernen und Freude

 

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer schreibt in seinem Buch "Lernen - Gehirnforschung und die Schule des Lebens" S. 167:

"... Diese Ergebnisse zeigen sehr deutlich, wie eng Emotion und Kognition, oder Gefühl und Denken miteinander verbunden sind; das eine kann man nicht untersuchen, ohne das andere in Betracht zu ziehen. Sie zeigen auch, dass Lernen bei guter Laune am besten funktioniert ..."

 

Deshalb, liebe Eltern, bringen Sie Ihr Kind durch Druck, Drohungen und Strafen nicht zum besseren Lernen. Viel hilfreicher ist es, die Ursachen für die Lernproblematik herauszufinden und zu beseitigen. So dass das Lernen leichter fällt und vielleicht sogar wieder Spaß macht.

 

Lernen und Bewegung

 

Der Neurologe John J. Ratey schreibt, dass jahrelang der Zusammenhang von Intelligenz und Bewegung nicht erkannt wurde. Die neurologischen Leitungsbahnen können aber durch ein Training stabilisiert werden.

"Die Parallelität von motorischen und kognitiven Funktionen hilft uns auch, wenn wir in einem von beiden Bereichen Schwierigkeiten haben. Wenn uns zum Beispiel ein kognitiver Akt Probleme bereitet, kann eine körperliche Betätigung hilfreich sein. Wie oft haben Sie oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis ein Problem erst lösen können, nachdem Sie einen Spaziergang oder eine Spritztour gemacht hatten ..." (Das menschliche Gehirn, Ratey, S. 190)

 

Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind eng miteinander verbunden. So steigern die richtigen körperlichen Impulse ganz gezielt die geistige Leistung. Dies nutzt die EDU-Kinesthetik oder EDU-K ganz direkt durch Lernen mit Bewegung. Dr. Paul Dennison, ein amerikanischer Pädagoge, der mit Kindern, welche Lernschwierigkeiten hatten arbeitete, hat die wichtige Rolle, die körperliche Bewegung beim Lernen spielt erkannt, und den Satz geprägt:

 

"Bewegung ist das Tor zum Lernen."

Pädagogische Kinesiologie

 

Kinesiologie ist die Lehre von der Bewegung.

 

Das Konzept der Pädagogischen Kinesiologie gründet sich auf die mehr als 20-jährige Erfahrung des amerikanischen Pädagogen Dr. Paul Dennison. Bei seiner Arbei mit verhaltensauffälligen Kinder und Erwachsenen mit Lernproblemen,

entdeckte er, dass gerade in Stress-Situationen deren Denkfähigkeit teilweise blockiert war. Derartige energetische Beeinträchtigungen des Gehirns werden als Lernblockaden bezeichnet. Er stellte fest, dass gerade Konzentrations- und Lernprobleme dann auftraten, wenn die Energiebalance im Körper gestört war. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene leiden oft unter Lernblockaden und sind fest davon überzeugt, etwas nicht zu können. Negative Gedanken und Gefühle, z. B. geringes Selbstwertgefühl oder Ängste, gehören zu den stärksten Stressoren.

 

Stressabbau ist das Hauptziel der Pädagogischen Kinesiologie. Die besten Ideen kommen uns deshalb in der Regel, wenn wir locker und entspannt sind. Wenn geistige Blockaden aufgelöst sind, wird Lernen möglich.

 

Der Ansatz Dennisons entwickelte sich unter dem Namen "EDU-Kinesthetik" laufend weiter.

 

Brain Gym - Lerngymnastik

 

Brain-Gym oder Lerngymnastik genannt, ist eine sehr effektive Methode, mit der  die Lern-, Konzentrations- oder Gehirnleistungen verbessert werden können. Das Übungssystem, bestehend aus Bewegungs- und Entspannungsübungen, wurde von dem amerikanischen Pädagogen Dr. Paul  Dennison entwickelt, um Kindern beim Lernen zu helfen. Er hat erkannt, dass Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, usw. oft die Folgen einer fehlenden Zusammenarbeit der Gehirnhälften sind. Durch die Brain-Gym-Übungen wird die Zusammenarbei der Gehirnhälften wieder hergestellt, so dass die Lernbereitschaft und die Auffassungsgabe danach viel höher ist. Ebenso kann durch Drücken und Rubbeln von Körperpunkten - sogenannten Energiepunkten - die Energie wieder zum Fließen gebracht werden. Blockaden und Verspannungen im Kopf und Körper werden abgebaut und Stress aufgelöst.

 

Brain-Gym umfasst insgesamt 26 verschiendene Übungen. Dies kann als einfaches Selbsthilfe-Programm angewendet werden. Es kann sehr hilfreich sein, einige dieser Übungen vor oder zwischen den Hausaufgaben zu machen, um sich auf das Lernen einzustimmen.

 

Liegen schon konkrete Lernprobleme vor, ist allerdings erfahrungsgemäß der schnellere und effektivere Weg in meiner Lernberatung Hilfe zu suchen.